Einschulungsgeld und kostenloses Seepferdchen für Nichtschwimmer
Im März kündigte Bürgermeister Jürgen Schröder an, Neuenbrook zum kinderfreundlichsten Ort im Kreis Steinburg machen zu wollen. Inzwischen sind den Worten Tagen gefolgt, und Schröder zieht "ein wirklich positives Zwischenfazit".
Bereits Mitte Mai habe man sich mit den Bürgern zu einem Meinungsaustausch getroffen, bei dem diverse Neuerungen diskutiert worden seien, die den Wohnwert für junge Familien in Neuenbrook erhöhen könnten. So soll beispielsweise im Gemeindehaus-Obergeschoss ein Jugendraum samt Disko eingerichtet werden.
Sehr konkret laufen bereits die Planungen für verkehrsberuhigende Maßnahmen an den beiden Ortseingängen entlang der Hauptstraße. Ihre Premiere hat sogar schon die "Sandkistengruppe" gefeiert, bei der sich einmal wöchentlich Eltern mit Kindern im Alter bis sechs Jahren auf dem Dorfspielplatz treffen.
Die kinderfreundlichste Gemeinde des Kreises werden zu wollen, bezeichnet Schröder als "ein großes Ziel", das man aber sehr ernsthaft angehe. Schon jetzt sei sein Dorf "ausgesprochen kinderfreundlich".
In den Sommermonaten bezuschusse die Gemeinde den Freibadbesuch der bis 16-Jährigen mit 50 Prozent, gleiches gelte im Winter für den Besuch der Brokdorfer Eissporthalle. "Und für Nichtschwimmer übernehmen wir die Kosten für unsere Kleinen bis zur Erlangung des Seepferdchen-Abzeichens", so Schröder.
Auf die Idee, den Ort kinderfreundlicher zu machen, kam der Bürgermeister, als er sich die Einwohnerliste Neuenbrooks ansah. "Hier wurden in den vergangenen zehn Jahren nur 40 Kinder geboren", bei immerhin 670 Einwohnern "erschreckend wenig".
Pfiffige Anreize sollen Abhilfe schaffen und junge Familien anlocken. Neu eingeführt wird ein so genanntes "Einschulungsgeld". Erstklässler bekommen zukünftig für jedes Lebensjahr, das sie in Neuenbrook verbracht haben, 50 Euro. "Maximal gibt es also 300 Euro pro Kind", rechnet Schröder hoch. Leer gingen allerdings Kinder aus, die früher einmal in Neuenbrook wohnten, inzwischen aber ihren Heimatort gewechselt haben.
Neuenbrooker Kleinkinder werden demnächst im Kindergarten Rethwisch aufgenommen. Zum 1. August wird in der Nachbargemeinde eine Krippengruppe für Jungen und Mädchen bis drei Jahren eingerichtet. Damit der Nachwuchs besser von A nach B kommt, wird die Bushaltestelle Rehder versetzt, und vor dem Grundstück Offermann eine neue Haltestelle eingerichtet. An beiden Haltepunkten wird ein Wartehäuschen gebaut. Beteiligen wird sich Neuenbrook zukünftig an der Rethwischer Spielothek. "Das alles ist doch schon richtig gut, oder?", freut sich Bürgermeister Schröder über die kinderfreundlichen Neuerungen in seiner Gemeinde.
Quelle: shz, Norddeutsche Rundschau, 14. Juli 2010, Autor: Carsten Wittmaack
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